Kibbuz Bror Chail – 25jähriges Freundschaftsjubiläum

Anlässlich des 25jährigen Bestehens der Freundschaft zwischen dem etwa 10 km von der israelischen Partnerstadt Sderot entfernt liegenden Kibbuz Bror Chail und dem ehemaligen Bezirk Zehlendorf hatte der Städtepartnerschaftsverein Steglitz-Zehlendorf den damaligen Kontaktmann Mario Barlevi und den jetzigen Kibbuzleiter Abraham Schönfeld vom 29. Juli bis 08.August 2004 nach Berlin eingeladen. Der Besuch erfolgte in Zusammenhang mit einem vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf organisierten Besuch einer israelischen Jugendgruppe aus den Partnerstädten Kiryat Bialik, Sderot und dem Kibbuz Bror Chail. Für den gleichen Zeitraum hatte ein dem Kibbuz in Freundschaft verbundenes Ehepaar den früheren Begleiter der Bror Chai-ler Jugendgruppen Selvin Rose eingeladen und sämtliche Kosten übernommen.

Nach Eintreffen der Gäste erfuhren wir als erstes, dass die mitreisende Lebensge-fährtin von Selvin nunmehr nicht mehr seine Lebensgefährtin, sondern seine Ehefrau ist. Das Paar hatte wenige Tage zuvor auf Zypern geheiratet. Das Ereignis wurde mit einer großen, von Vorstandsmitgliedern gestifteten Geburtstagstorte, die anlässlich des feierlichen Empfangs zum 25jährigen Jubiläum am 04.August von der Braut an-geschnitten wurde, gewürdigt.


Elisabeth und Selvin beim Anschneiden der Hochzeitstorte Foto: Franz Seltsam
Für die Gäste war ein umfangreiches Programm vorgesehen, was sie teilweise zu-sammen mit der Jugendgruppe, teilweise separat absolvierten. Bei dieser Gelegen-heit muss den Mitgliedern des Städtepartnerschaftsvereins gedankt werden, die Zeit und Geld opferten, um den Besuchern einen angenehmen Aufenthalt zu verschaffen. Den größten Eindruck machte eine Privateinladung in den häuslichen Garten eines Vorstandsmitglieds, verbunden mit einem städtebaulichen Rundgang durch die Spandauer Altstadt.

Von den Darbietungen der „Blue Man Group“ im Theater am Potsdamer Platz war das überwiegend jugendliche Publikum total begeistert, während wir und unsere Gä-ste wenig mit dem Dargebotenen anfangen konnten. Einen Lacherfolg gab es, als zu
Beginn der Veranstaltung auf einem Spruchband der Name der Autorin dieses Arti-kels erschien und ihr unterstellt wurde, dass sie schreckliche Kopfschmerzen hätte. Woher hatte man den Namen? Des Rätsels Lösung war die Kartenbestellung im In-ternet!

Eine nette Überraschung machte den Israelis ein Ehepaar, als sie uns nach unserer Bootsfahrt in der Innenstadt mit Eis und Getränken bewirtete und anschließend mit Gitarre und Geige israelische Lieder spielte. Sie kamen auch ins Wrangelschlößchen und lockerten die feierliche Zeremonie mit ihren Darbietungen auf.


Foto: Franz Seltsam
Zur Jubiläumsfeier im „Wrangelschlößchen“ waren zahlreiche Gäste erschienen, die eine langjährige Freundschaft mit dem Kibbuz verbindet, u.a. der ehemalige Berliner Bürgermeister und Innensenator Wolfgang Lüder, auf dessen Initiative die Freund-schaft entstanden war, und der ehemalige Zehlendorfer Bezirksbürgermeister Jürgen Klemann, der 1988 in Israel für seinen Beitrag zur Entwicklung der „Bande der Freundschaft im Rahmen von Städtepartnerschaften“ ausgezeichnet worden ist.

Jubiläumsfeier am 04.08.2004 im „Wrangelschlößchen“ Foto: Franz Seltsam
Am vorletzten Tag wurde eine Einkaufstour nach Steglitz unternommen. Akribisch genau suchte Abraham Schönfeld seine Geschenke für die Daheimgebliebenen aus. Die längste Zeit benötigte er in einem Schokoladenladen – d.h. exakt 75 Minuten für die Auswahl von kleinen Präsenten für Nachbarn, Arbeitskollegen und anderen. Das ermüdete alle und nach einem griechischen Lunch lieferten wir ihn sicher in „Abra-hams Schoß“ ab.

Doch alles hat einmal ein Ende und nach 10 Tagen galt es Abschied nehmen. Selvin und Elisabeth Rose fuhren weiter in die USA, wo sie Kinder und Enkel von Elisabeth besuchen wollten.

Gisela Hornung
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