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Bürgerreise
nach Griechenland
Erstmalig unternahm der Städtepartnerschaftsverein Steglitz-Zehlendorf in diesem Jahr eine Bürgerreise nach Griechenland. Die erste Station war Agia Triada, ein Vorort von Thessaloniki. Bei einer Rundfahrt durch die Oberstadt mit der Festung und der Unterstadt mit den Kirchen Agia Sophia und Agios Dimitrios bekam die 20köpfige Reisegruppe einen ersten Eindruck von Saloniki und konnte später die Stadt auf eigene Faust erkunden. Altstadt von Thessaloniki Foto M. Edelhoff Weiter ging es dann in die ca. 50 km entfernte Partnerstadt Sochos, wo der Gruppe von den Mitgliedern des dortigen Kulturvereins ein überaus herzlicher Empfang bereitet wurde. Ein Teil der Reiseteilnehmer war privat untergebracht, da das dortige kleine Familienhotel nur 10 Zimmer hatte. Während des 5tägigen Aufenthalts wurde die Gruppe von Mitgliedern des Kulturvereins betreut und begleitet, wobei besonders das Ehepaar Bakalios zu erwähnen ist, das auch das Programm und die Ausflüge mit vorbereitet hatte. Begrüßungsempfang in Sochos Foto: M. Edelhoff Es war schon eine Herausforderung an unsere deutsche Gründlichkeit, dass der Reiseleitung vor Antritt der Reise Hotel- und Buspreise nur mündlich vorlagen und sie keinen Kontakt mit dem Hotel und dem Busunternehmen hatte. Aber alles klappte wie am Schnürchen und Georgius Bakalios sagte: „Ich habe es Ihnen doch gesagt, machen Sie sich keine Sorgen, alles geht in Ordnung.“ Besonders beeindruckt war die Gruppe von den Kindern, die uns bei den Ausflügen begleiteten. Sie hatten zwar Deutschunterricht in der Schule, aber waren nur im Schreiben geübt und mussten mühsam sprechen lernen. Aber ohne Scheu vor den fremden Gästen kamen sie immer wieder und stellten ihre Fragen nach dem Woher und Wohin – natürlich in deutsch. Besonders eifrig war die zwölfjährige Chrissa, die nicht müde wurde, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Und wenn sie nicht weiter wusste, fragte sie Angela Bakalios nach den deutschen Vokabeln. Chrissa ist übrigens sehr an einem Briefwechsel mit einem gleichaltrigen Berliner Mädchen interessiert. Ihre Anschrift kann im Partnerschaftsbüro erfragt werden. Fast sämtliche Mitglieder der Reisegruppe hatten bereits andere Partnerstädte des Bezirks kennengelernt, aber noch nie wurde ihnen die Gelegenheit geboten, einen derart intensiven Kontakt mit der Bevölkerung zu bekommen wie in Sochos. Dabei sind besonders die Frauen des Kulturvereins hervorzuheben, die jeden Tag mit Selbstgebackenem und –gekochten überraschten. Und ob es bei uns möglich wäre, ohne die Einschaltung eines Catering-Unternehmens ein ganzes Buffet für rd. 50 Personen herzurichten, wie es beim Abschiedsabend der Fall war, wäre einen Versuch wert. Überhaupt hatte man den Eindruck, dass die Frauen diejenigen waren, die alles organisierten, während wir von den Männern nur wenige zu Gesicht bekamen. Beim Besuch in einer Seniorentagesstätte wurde uns das besonders vor Augen geführt. 6 Tage in der Woche wird der Raum von den Männern genutzt und nur ein Tag steht den Frauen zu. Und was machen die Männer? „Sie rauchen und spielen Karten“ wurde uns mit Gesten bedeutet. Die Frauen indessen stellen aus den reichlich zur Verfügung stehenden Früchten Säfte und Marmelade her, stricken, sticken und häkeln und wollen nun eine eigene Firma gründen, um ihre Waren verkaufen zu können. Volkstanzgruppe von Sochos Foto: M. Edelhoff Der Abschied fiel den Berlinern sehr schwer und alle hoffen auf ein Wiedersehen. Die letzten Tage verbrachte man in Olympiada, einem ruhigen Badeort in Chalkidiki. Einige Herren hatten sich für einen Besuch der Mönchsrepublik Athos entschlossen. Da das Betreten für Frauen verboten ist, haben die übrigen Gruppenmitglieder eine Bootsfahrt unternommen. Ansonsten war dieser letzte Reiseteil dem Faulenzen, Baden und Sonnen gewidmet. Die Gruppe war in zwei kleinen Hotels untergebracht. Neu für uns waren die Bäder, in denen z.T. die Brausetassen direkt vor den Klosettschüsseln angebracht waren, so dass man sich dort sitzend abbrausen musste. Aber auch daran gewöhnte man sich und das Frühstück und Abendessen im Garten oder auf der Terrasse direkt am Meer war herrlich. Und wenn man wollte, konnte man sich Essen und Getränke auch an den Liegestuhl bringen lassen. Für Aufregung sorgten giftige große Quallen, die man in dieser Schönheit noch nie gesehen hatte. Sie wurden von Angestellten eingesammelt und kurzerhand in die Mülltonne entsorgt. Viel zu früh ging die Reise zu Ende. Man wird gern an sie zurückdenken, vor allem an die freundlichen und liebenswerten Menschen in Sochos und an die herrliche Landschaft. Allen Voraussagen zum Trotz lagen zwar die Tagestemperaturen z.T. über 30°, doch die Nächte waren angenehm kühl, so dass keine Klimaanlagen benötigt wurden. Gisela Hornung |
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